[QUOTE=worner;89377]und ich werde das Gefühl nicht los, das OXID irgendwie den Bodenkontakt zum ganz normaler Shopbetreiber verloren hat oder irgendwie alles darauf anlegt nur noch Agenturgeschäft/Partnergeschäft zu betreiben.[/QUOTE]
Dem möchte ich mich in der Gefühlslage anschließen.
Wie weiter oben schon angeklungen sollte man aber differenzieren zwischen
1.) Oxid-Plattform (Website, Forum, etc.)
2.) Shop-Support (Dokumentation, Developer-Service, etc.)
3.) die eigentliche Shop-Software
zu 1.): Kurz und Knapp: Ein solches “Live-Update” wie vor kurzem ist ein unbefristeter Kündigungsgrund. Wer das zu verantworten hat sitzt definitiv an der falschen Position. Da gibt es keine Entschuldigung, das ist ein GAU und für einen professionellen Dienstleister inakzeptabel.
zu 2.): Da ich das größtenteils nicht in Anspruch nehme ist mir das schlicht “egal”, nervt allerdings schon etwas wenn man mal schnell etwas nachschauen möchte. Um eigene Analysen, Recherchen und Reverse-Engineering kommt man nicht umhin, wer das nicht kann ist natürlich aufgeschmissen.
[B]zum 3. und eigentlich wichtigsten, dem OXID-Shop[/B]
Nach langem Abwägen und Recherchen bin ich vor 3 Monaten bei OXID gelandet. Unterm Strich halte ich es für mit Abstand eins der besten Shop-Systeme, die es derzeit als kostenlose CE-Versionen gibt. Ein Urteil über das Preis-/Leistungs-Verhältnis der anderen PE/EE-Versionen würde von mir aus wahrscheinlich nicht so gut ausfallen, hierüber sollen aber diejenigen urteilen, die beabsichtigen das Angebot zu nutzen.
Der Shop ist zweifelsohne schnell, modern programmiert, weitgehend SEO-optimiert und auch im kritisierten und kritikwürdigen Backend überwiegend funktional. Der Teufel steckt aber wie üblich in den Details: Wer z.B., schonmal zig Produktvarianten nachträglich ändern musste, der war entweder froh dass er mit direkten SQL-Statements umgehen kann oder verfluchte tagelang das komplizierte und serielle Rumwurschteln im Admin-Bereich. Ebenso ist es für eine professionelle Software heutzutage meiner Meinung nach nicht akzeptabel, dass es für minimale “Features” ein externes Modul benötigt. Module machen dort Sinn, wo man ganz gezielte, individuelle Konfigurationen oder je nach Warensegment bestimmte Produkt-Merkmale benötigt, aber nicht zur Erweiterung grundsätzlicher, heutzutage weitgehend standardisierter Shop-Funktionen (Sitemaps, Benachrichtigung bei Lieferbarkeit, multiples Artikel-Edit, etc.pp.usw.usf.)
[B]In der Summe kann ich OXID empfehlen.[/B] Ich persönlich komme gut zurecht, würde dies allerdings nicht tun wenn mir das entsprechende Grundlagen-Knowhow fehlen würde. Mit SQL sollte man einigermaßen fit sein, genauso wie mit php, html, Smarty, CSS und JavaScript/JQuery. Ansonsten muss man viiiiel Geld und etwas mehr Zeit in die Hand nehmen, die man besser in seinen Shop-Aufbau investiert, und das betrifft alle Varianten von CE über PE bis EE.
Und es schadet nicht, seine Erwartungshaltungen zu relativieren. Man braucht bei Oxid gelegentlich schon einen festsitzenden Kopf, damit er beim unweigerlichen Kopfschütteln über die allgemeine Entwicklungsphilosophie, Bürokratiewesen und Systempolitik nicht irgendwann herunterfällt 