Meinen besten Dank!

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Liebes Entwickler-Team,

die vergangenen zwei Jahre waren eine anspruchsvolle Zeit für mich. Nachdem ich seit 2004 mit Shop-Systemen gearbeitet habe, die ich nun im Detail nicht erwähne und in 2015 begann die aktuellen Systeme auf Herz und Nieren zu testen, landete ich in 2016 bei OXID.

Große Umgewöhnung, viel lesen, viel lernen, viel verstehen… alles in Echtzeit, weil ich für einen Freund einen Shop an den Start schicken wollte - Zielsetzung: In 3-6 Monaten läuft das alles… toller Ansatz - leider sehr unrealistisch, trotz der überschaubaren Artikelanzahl.

Egal… kommen wir zum Wesentlichen: Der Shop ging heute an den Start - ENDLICH. Alles sieht gut aus, alles funktioniert, Versandkostenberechnung passt, rechtliche Aspekte wurden beachtet - ein klein wenig Stolz bin ich auf mich. DSGVO war ein harter Ballbreaker für mich, Verpackungsverordnung, Versandkosten-Anzeige auch für nicht eingeloggte Kunden… ach, die Liste ist echt lang.

Und dann kommen wir also an diesen finalen Punkt, der wirklich übel war - ausgewiesene Umsatzsteuer auf die Versandkosten. Einiges ausprobiert - warum? Naja, mein Freund verkauft Lebensmittel zu 7% - aber leider auch Schnaps zu 19%. Okay, dann machen wir global die Einstellung im Shop auf 19% Mehrwertsteuer und packen zu jedem Artikel die 7% wo erforderlich, ausser für den Schnaps. Hmm, komisch - was passiert denn da bei der Versandkostenberechnung???!

Nach viel Gehampel und viel Recherche finde ich dann einen Anwaltstext, der alles ausführlich erläutert:

"Auf Rechnungen muss Umsatzsteuer auch für die erhobenen Verpackungs- und Versandkosten ausgewiesen werden. Doch in welcher Höhe? Und was passiert, wenn sich Produkte mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen in einem Paket befinden?

In der Theorie ganz einfach: Die Verpackungs- und Versandkosten „kleben“ als sogenannte (unselbständige) Nebenleistung am versandten Produkt und teilen deshalb dessen Schicksal. Wird also ein Produkt versendet, das mit 19% Umsatzsteuer (USt) zu versteuern ist (beispielsweise eine DVD), müssen auch für die Verpackungs- und Versandkosten 19% USt zugrunde gelegt werden. Wird dahingegen ein Produkt versendet, das nur mit 7% USt zu versteuern ist (beispielsweise ein Buch), müssen auch für die Verpackungs- und Versandkosten nur 7% USt zugrunde gelegt werden.

So weit so gut. Spannend wird das aber erst wenn sich in einem Paket Waren mit unterschiedlichen USt-Klassen befinden, also beispielsweise ein Buch und eine DVD. Dann soll in Abhängigkeit vom Warenwert auch auf die Verpackungs- und Versandkosten anteilig der jeweilige der USt-Steuersatz der Waren angewendet werden. Um bei unserem Beispiel Buch/DVD zu bleiben: Ist das Buch 60% wert und die DVD 40%, müssen die Versandkosten gesplittet werden: Für 60% gilt der 7%ige USt-Satz und für 40% der 19%ige USt-Satz.

Ein Heidenspaß, diese Theorie in der Praxis entsprechend umzusetzen.".
(Quelle: Arndt Joachim Nagel, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Informationstechnologierecht - https://www.it-recht-kanzlei.de/umsatzsteuer-versandkosten-mehrwertsteuer.html)

Irgendwann verstand ich dann auch, was da im Warenkorb passiert, weil meine Gegenrechnungen zunächst überhaupt keinen Sinn ergaben. Aber hier kommt mein Dank ans Entwickler-Team: Vielen, herzlichen Dank dafür, dass Ihr Euch die Arbeit gemacht habt dies zu implementieren. Es ist einfach nur großes Kino gewesen, als ich verstand, was da in der Berechnung die Grundlage ist und dass es eben einfach passt - ohne mein Zutun. Hammer!

In diesem Sinne eine gute Nacht und einen guten Start in den neuen Tag!

Ralf

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